Tag der Landwirtschaft Sachsen-Anhalt 2025

Am 15.11. in Halle unter dem Motto "Bäuerliche Vielfalt vom Boden bis zum Teller"

Am 15. November trafen sich etwa 60 Bäuer:innen, Gärtner:innen und Imker:innen, Vertreter:innen aus Politik und Verwaltung sowie agrarpolitisch interessierte Menschen zum Tag der Landwirtschaft in Halle der AbL Mitteldeutschland und des FöbLs. Unter dem Motto „Bäuerliche Vielfalt vom Boden bis zum Teller!“ wurde sich rege und in guter Stimmung ausgetauscht.

Nach der Begrüßung durch Jessica Haby (Landesgeschäftsführerin AbL Sachsen-Anhalt), betonte Dr. Steffen Eichner (Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-​Anhalt) in seinem Grußwort die Notwendigkeit für mehr Klimaanpassungsmaßnahmen in der Landwirtschaft und deren Förderung.

Klimawandelangepasste Bodennutzung
Die darauffolgenden Berichte aus Wissenschaft und Praxis zu klimawandelangepasster Bodennutzung gaben Einblicke zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosystemprozesse und in betriebliche Anpassungsstrategien. Dr. Martin Schädler (Helmholtz Zentrum für Umweltforschung UFZ) berichtete vom Freiland-Experiment GCEF in Sachsen-Anhalt und zeigte die Auswirkungen des Klimawandels auf Böden bzw. das Bodenleben auf. Dabei betonte er die Notwendigkeit von vielfältigen System für eine größere Resilienz. Auf der deutlich gewordenen Relevanz aufbauend, berichtete Björn Stamer (Milchviehhaltung und Ackerbau) von seinen Erfahrungen einer klimawandelangepassten Bodenbearbeitung aus seinem Betrieb.

Zugang zu Land, Gemeinwohlverpachtung und Regionalvermarktung

Nach einer Kaffeepause mit Leckereien von AbL-Betrieben berichtete Dr. Jan Brunner (Geschäftsführer, AbL Mitteldeutschland) in einem Kurzvortrag von Land Grabbing und (fehlendem) bäuerlichen Zugang zu Land als einer weiteren großen Herausforderung in der bäuerlichen Landwirtschaft. Er stellte die globalen Entwicklungen dar und gab den Anwesenden lokale Handlungsmöglichkeiten mit auf dem Weg.

An die konkreten Handlungsmöglichkeiten anschließend stellte Sebastian Pomm (Stadt Leipzig) Strategien aus Leipzig zu Gemeinwohlverpachtung und Regionalvermarktungskonzepten vor, Leipzig vergibt seine Flächen seit 2025 nach einem Kriterienkatalog. Hanna Büschleb (Ernährungsrat Halle/Umgebung e.V.) knüpfte daran an und berichtete von Vermarktung und Konsum von regionalen und nachhaltigen Lebensmitteln in Halle.

Agrarpolitik global, in der EU, Deutschland und Sachsen-Anhalt

Nach der Mittagspause folgten Einblicke in die Agrarpolitik auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene. Claudia Gerster (Bundes-AvL-Vorständin) und Xenia Brandt (Bundes-AbL-Geschäftsführerin berichteten von den Verhandlungen und Entwicklungen in der Gentechnik, den GAP-Verhandlungen und stellten das UN-Jahr der Frauen in der Landwirtschaft vor.

Zum Abschluss wurde nach einem Grußwort von Volker Rost (Abteilungsleiter im Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt) über die agrarpolitischen Geschehnisse in Sachsen-Anhalt diskutiert. Dabei ging er auf konkrete Fragen der Agrarpolitik in Sachsen-Anhalt ein, etwa zur Bodenpolitik oder regionalen Wertschöpfungsketten.

Eine szenische Lesung zu 500 Jahren Bauernkrieg, eine Ausstellung zur Wasserkrise der Heinrich Böll Stiftung Sachsen-Anhalt, Werke von Alice Creischer und Andreas Siekmann aus der Ausstellung „Planetarische Bauern“, ein Markt der Möglichkeiten, auf dem sich verschiedene Initiativen vorstellen konnten sowie leckeres regionales Essen zum Teil auch von AbL Betrieben, ergänzten den Tag der Landwirtschaft als Rahmenprogramm stimmig und trugen zu dem gelungenen und lebhaften Austausch bei.

Wir bedanken uns bei der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt für die Kooperation und die Förderung durch die Zukunftsstiftung Landwirtschaft, die Stiftung Nord-Süd Brücken  bzw. durch ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des BMZ.

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